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Yojo Christen

FURCHTLOSE VIRTUOSITÄT

Der junge Pianist Yojo hat erneut eine sehr bemerkenswerte CD eingespielt.

Manchmal werden Wünsche wahr: „Yojo? Mehr davon!“ schrieben wir nach der Debüt-CD des damals 15-jährigen Pianisten. Um zwei Jahre später eine atemberaubende Liszt-Sonate auf den Tisch zu bekommen. Und jetzt, unter dem Titel „Yojo, 19“ , der dritte Streich: Beethoven, Chopin – und natürlich Yojo. ……

So finden sich auf der CD auch zwei Werke des niederbayrischen Energiebündels: Die in spannungsgeladener Chromatik dahinjagende „Rallye“ und die Passacaglia „IRINI“ mit der Yojo im April 2015 als jüngster Teilnehmer beim Internationalen Diabelli-Kompositionswettbewerb in München antrat und den zweiten Preis sowie den Publikumspreis abräumte. Eine aberwitzige Tour de Force mit einem hochromantischen Mittelteil. Dann die Klassiker: Beethovens gern etwas geschmähter Appassionata bringt er mit energischem Zugriff die Klaviertöne bei, zwingt Spannung in die Arpeggien, die anderswo gern ein bisschen abgedroschen daherkommen. Überhaupt ist es diese furchtlose Virtuosität, die Yojo auszeichnet. Sei es im Kopfsatz von Chopins b-Moll-Sonate, sei es im h-Moll-Scherzo desselben Komponisten. ……

Fazit: Auch wenn man mit Vergleichen vorsichtig sein muss, was Yojo hier anstellt, erinnert an Vladimir Horowitz, den lieben Gott der Virtuosenzunft.

Quelle: 07.06.2016, Stuttgarter Zeitung

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Apparently we had reached a great height in the atmosphere, for the sky was a dead black, and the stars had ceased to twinkle.